Matthias Pilz

Stadtrat für Würzburg

Boris Palmer und Matthias PilzZum Politischen Aschermittwoch kamen über 100 Gäste in den Kranenkeller, um Boris Palmer, den Grünen Oberbürgermeister von Tübingen, und Matthias Pilz, den OB-Kandidaten für Würzburg zu hören. Politischer Aschermittwoch ist eigentlich die Zeit, um mit dem politischen Gegner abzurechnen. Die Würzburger Grünen aber haben sich für die Kommunalwahlen den Stil verordnet, der sie auch im Stadtrat auszeichnet: kompetent, sachlich und ohne übertriebene Herabwürdigung anderer Meinungen. Dass dies nicht langweilig werden muss, bewies Matthias Pilz in seiner Rede, in der er klar seinen Anspruch formulierte: "Ich möchte OB in Würzburg werden." Wenn die Parteien in Würzburg sich immer ähnlicher werden, liege das nicht an den Grünen. Vielmehr näherten sich die anderen Parteien den Grünen an. Pilz in Anspielung auf das CSU-Markenzeichen: "Ich trage noch immer keine Lederhosen. Die CSU aber wirbt mit Sonnenblumenkernen." Gerade 2007 habe die Grüne Fraktion breite Mehrheiten für eine Reihe ihrer Anliegen gefunden, sei es beim geplanten Mozartareal mit Aufwertung der Eichhorn- und Spiegelstraße, bei der Erhöhung der Mittel für innerstädtische Randlagen, für die Einrichtung von mehr Ruheplätzen oder bei der Erhöhung des Radwegeetats. Pilz sieht aber auch Unterschiede, so etwa bei der Diskussion um den neuen FH-Standort. Hier plädieren die Grünen für den Erhalt des Grüngürtels vom Alandsgrund zum Kürnachtal. Beim Bahnverkehr möchte Pilz wieder mehr Haltepunkte einrichten, etwa in Heidingsfeld oder bei der Aumühle. Und natürlich sind es laut Pilz die Grünen, die konsequent für Energie sparen und Erneuerbare Energien stehen. Wer den Übergang in Zukunftsbranchen früher schaffe, stehe am Ende besser da. Für Matthias Pilz ist nun die Zeit reif: „Wir wollen Verantwortung in der ersten Reihe übernehmen und die Zukunft unserer Stadt gestalten. Wir sind bereit.“ Boris Palmer trug vor, was man als grüner OB schon in kurzer Zeit für den Klimaschutz bewegen kann. In seinem ersten Jahr als Tübinger Oberbürgermeister hat Palmer unter anderem Energiesparlampen im Rathaus eingeführt und die energietechnische Sanierung eines Gymnasiums angestoßen. Als Dienstfahrzeug hat er ein Auto mit Hybridantrieb angeschafft, mit dem er 85 Prozent CO2 einspart. Er brauche keinen 500 PS starken Wagen mit Super-Beschleunigung, erklärte Palmer und erntete lang anhaltenden Applaus mit der Pointe: „Ich brauche kein Fluchtauto. Ich bin doch Oberbürgermeister und kein Bankräuber.“ Palmer gibt sich jedoch mit diesen ersten kleinen Erfolgen nicht zufrieden. Er will in ganz Tübingen durch verschiedene Maßnahmen 70 Prozent CO2 reduzieren. Bis 2020 will er alle städtischen Gebäude sanieren. Energiesparendes Wohnen sei auch eine soziale Frage, denn niedrige Nebenkosten führten zu niedrigen Wohnkosten insgesamt. Zwar spreche heute alles vom Klima. Die neuesten Erkenntnisse, etwa dass der Meeresspiegel doppelt so schnell ansteige wie erwartet, müssten dazu führen, den Worten Taten folgen zu lassen. Dazu brauche es, so Palmer, „mehr starke Grüne und mehr grüne OBs“.

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