Matthias Pilz

Stadtrat für Würzburg

Gestern, am 23. April, hat der in einem Ausschreibungsverfahren gefundene Investor die Pläne zur Bebauung am Kardinal-Faulhaber-Platz und Mozartareal in der öffentlichen Stadtratssitzung dargestellt. Wesentliche Informationen für den Bürgerentscheid am 5. Juli liegen damit endlich auch für die Öffentlichkeit vor. (Notwendiger Zusatz: Bloß leider noch nicht zum Anschauen. Das muss und wird sich bis rechtzeitig vorm Bürgerentscheid noch ändern!)


Am Kardinal-Faulhaber-Platz sollen in einem sechsstöckigen Gebäude

ca. 4.000 m2 Einzelhandel und zwei Hotels unterkommen. An der Maxstraße, wo heute der sogenannte Windmühlenflügel der ehemaligen Mozartschule steht, sollen über 9.000 m2 neue Wohnfläche entstehen. Für das sogenannte Hufeisen an der Hofstraße wurden zwei alternative Planungen gezeigt: Beim Neubau würde die gewohnte Form des Hufeisens in anderer, moderner Gestaltung erhalten, auf gut 8.000 m2 Nutzfläche könnten weitere Wohnungen, aber auch andere Nutzungen untergebracht werden. Beim Erhalt des Hufeisens würde die Stadt diesen Teil des Grundstücks behalten und voraussichtlich für überwiegend kulturelle Nutzungen sanieren.

Und auch eine grobe Kostenschätzung für den Fall, dass die ehemalige Mozartschule ganz oder in Teilen erhalten wird, hat die Stadtverwaltung vorgelegt. Das hat unsere Stadtratsfraktion bereits im Februar 2014 beantragt, damit die Bürgerinnen und Bürger informiert und sachgerecht entscheiden können. Gut 10 Mio Euro werden für die Sanierung des Hufeisens veranschlagt, dazu würde der Kaufpreis bei dieser Variante erheblich geschmälert. Bei einem Erfolg des Bürgerbegehrens müsste auch der Windmühlenflügel für ca. 15 Mio Euro inklusive Nebenkosten saniert werden, ein Verkaufserlös käme dann gar nicht mehr zustande. Zugegeben: Je nach zukünftiger Nutzung wären allerdings auch in beiden Varianten staatliche Zuschüsse zur Sanierung vorstellbar und würden möglicherweise an anderer Stelle Kosten erspart.

Die Stadt steht vor großen Aufgaben, gerade auch für Kultur und Bildung: Sanierung unserer Schulen und des Stadttheaters, aber auch Sanierung des Nautilandes, Bau der Straßenbahnlinie 6 und Aufbau eines Radwegenetzes. Da spielen die finanziellen Auswirkungen der Entscheidung über das Mozartareal eine wichtige Rolle. Es geht auch um diese Prioritäten, wenn am 5. Juli die Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen sind, in einem Bürgerentscheid über die zukünftige Nutzung und Gestaltung des Areals abzustimmen. Wenn sich dabei das Ratsbegehren für eine attraktive Neugestaltung gegen das Bürgerbegehren unter dem Titel "Rettet das MOZ!" durchsetzt, fällt dann wenige Wochen später in einer Bürgerbefragung die Entscheidung über Teilerhalt (=Erhalt des Hufeisens) oder kompletter Neubau.


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