Matthias Pilz

Stadtrat für Würzburg

Pressemitteilung vom 12.12.2013:

"Kein Verständnis" hat die Stadtratsfraktion der Grünen für das "gesammelte Schweigen" der Verwaltungsspitze zu den Kostensteigerungen bei der Theatersanierung. Erst in dieser Sitzung haben die Grünen erfahren, dass die Verwaltung seit einem halben Jahr wusste, dass es zu dramatischen Kostenmehrungen bei Haus- und Bühnentechnik komme, ohne den Stadtrat hiervon in Kenntnis zu setzen.
Damit der Stadtrat sachgerechte Entscheidungen treffen könne, sei er auf umfassende und vollständige Auskünfte der Verwaltung angewiesen. Über festgestellte schwerwiegende Probleme und Kostenabweichungen bei den laufenden Projekten müsse die Verwaltung den Stadtrat unaufgefordert informieren. Als Konsequenz werden die Grünen beantragen, dass über die aktuellen Großprojekte der Stadt und ihrer Tochtergesellschaften und Eigenbetriebe (Theatersanierung, Zeller Bock, Bahnhofsumfeld, Straßenbahn nach Grombühl, Straßenbahn ins Frauenland, CCW-Erweiterung, Landesgartenschau, Nautiland) quartalsweise Berichte im Stadtrat vorgelegt werden,

wie dies vorbildlicherweise für die Konversion am Hubland bereits geschieht. Zu den Kostensteigerungen beim Theaterumbau blieben für die Grünen in der Stadtratssitzung vom Montag eine Vielzahl von Fragen offen. Weder über den Grund noch über die Berechtigung der Kostensteigerung für Haus- und Bühnentechnik habe es befriedigende Antworten gegeben. Die Grünen erwarten hierzu detaillierte Auskünfte in der ersten Stadtratssitzung im neuen Jahr. Die Grünen begrüßen die Hereinnahme von Stadtratsmitgliedern in den Lenkungskreis des Projektes. Das sei nach Auffassung der Grünen aber nicht ausreichend, um das Projekt sachgerecht weiterzubearbeiten. Das Debakel um die falsche Einschätzung der Kosten für die Technik zeige für die Grünen, dass die Beauftragung eines kompetenten externen Projektsteuerers unumgänglich sei. Einen entsprechenden Antrag werden die Grünen im Stadtrat einbringen. Zur Beschlussfassung über die sinnvollste Umbauvariante müssten Verwaltung und Architekt noch umfangreiche vergleichende Zahlen erarbeiten und vorlegen. Die Grünen möchten wissen, welche Mehrkosten für die Aufstockung des Gebäudes entstehen und diese Zahlen ins Verhältnis zu den Kosten setzen, die für eine Anmietung von umliegenden Gebäuden für Theaterzwecke entstehen würden. Weiterhin möchten die Grünen eine Aufstellung haben, welche zusätzlichen Kosten für die Errichtung einer mittleren Spielstätte für bis zu 300 Zuschauer in einem Vorbau des Theaters entstehen würden. Es müsse eine verlässliche Auskunft erteilt werden, ob und mit welchem Aufwand es möglich sei, in dem neuen Vorbau den Theaterbetrieb während des Umbaus im Haupthaus und den Werkstätten aufrecht zu erhalten. Vom Ergebnis dieses Zahlenvergleichs würde abhängen, welche Ausbauvariante auf längere Sicht die wirtschaftlich und kulturpolitisch tragfähigste sei - oder ob vielleicht doch die Nutzung der Frankenhalle als Übergangsspielstätte und dauerhafter Veranstaltungsort günstiger sei.